Trend zu Verschmähung von Fleisch nicht erkennbar!

19.04.2017

Wie schon verschiedentlich auch an dieser Stelle ausgeführt wird in der Öffentlichkeit zusehends und in allen Facetten über einen Trend weg vom Fleisch hin zu einer vegetarischen bzw. veganen Ernährungsweise, Fleischalternativen wie Insekten- oder Algenproteine oder auch Fleisch aus dem Reagenzglas bzw. aus dem 3D-Drucker berichtet.

Ob bzw. inwieweit es sich dabei um einen vorübergehenden oder auch einen längerfristigen Hype wie so viele andere handelt, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen. Klar ist jedoch, dass sich der erfasste Pro-Kopf-Konsum mit Verschiebungen zwischen einzelnen Fleischarten und gewissen Schwankungen z. B. auch durch Lagerverschiebungen schon seit Jahren im Bereich von 51 bis 54 kg bewegt und damit relativ konstant ist. Daraus lässt sich schliessen, dass es nebst dem besagten Trend zu weniger bzw. keinem Fleisch umgekehrt auch Personen geben muss, die vom Fleischverzicht wieder hin zum Fleischkonsum finden – eine Tatsache, die in der öffentlichen Berichterstattung meist unberücksichtigt bleibt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass gemäss Proviande mehr als 99% aller Haushalte regelmässig Fleisch einkaufen. Es kann also durchaus so sein, dass einzelne Familienmitglieder nur in einzelnen Lebensphasen auf Fleisch verzichten.
Berücksichtigt man zudem das im Fleischbereich im Mittel rund halb so hohe Preisniveau ennet der Grenze sowie den gemäss Schätzungen der Fachhochschule Nordwestschweiz seit 2008 verdreifachten Einkaufstourismus beim Fleisch mit nurmehr jedem 7. bis 8. Franken, dann lässt sich ein um rund einen Viertel höherer faktischer Pro-Kopf-Konsum von rund 64 kg pro Jahr hochrechnen. Angesichts der mit dieser Schätzung bedingten Unsicherheiten wird klar, dass Schwankungen im erfassten Fleischkonsum von 1% als wenig bedeutend einzustufen sind. Im Sinne der immer wieder betonten Wahlfreiheit erscheint es somit weitaus sinnvoller zu sein, sich bei kurzfristig aufkommenden Hypes vermehrt in Gelassenheit zu üben, sich aber mit offenen Augen und Ohren den neuen Herausforderungen zu stellen. Warum also nicht auch vereinzelte fleischlose Produkte mit eigenen Namenskreationen als Ergänzung ins Sortiment aufnehmen, wenn ich damit den Wünschen meiner Kunden bei deren Einkäufen für den gesamten Haushalt besser entsprechen kann?

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor
 
 
 
 
 

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